Neue Saiten

   … habe ich auf meine Gitarre aufgezogen.

Neue Seiten werden wohl (hoffentlich demnächst) in unserem Land kennenzulernen sein – wenn die Wahlsiegerin sich an ihr Wahlprogramm hält und ihre Politik nicht nur auf Machterhalt auslegt.

Die neuen Saiten meiner Gitarre klingen göttlich – rein, satt, harmonisch, funkelnagelneu.

Das Herausfriemeln der alten Saiten, das Entstauben (vor allem im Schallkörper war viel Staub, zu einer eigroßen „Wollmaus“ geballt), das Einfädeln der neuen Saiten, das Spannen und anschließende Stimmen haben viel Zeit, Geduld, Fingerspitzengefühl und Kraft gekostet. Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, selbst nicht genug Kraft aufbringen zu können, um die Wirbel zu drehen, und mich im Geist schon mit der Kombizange hantieren sehen. Ging aber doch per Hand. In den nächsten Tagen müssen sich Gitarre und neue Saiten erst aneinander gewöhnen, und ich muß sie vermutlich noch x-mal stimmen – aber ich bin glücklich. Endlich neue Saiten aufgezogen!

Wie sieht´s hingegen im Land aus?

Wird noch das Alte herausgefriemelt, der Staub ausgekehrt, der Lack poliert? Und wann werden wohl die neuen S(a)eiten vorgeführt – wann eingefädelt, gespannt, neu gestimmt und endlich schöne Musik gespielt?

Oder bleiben uns womöglich die alten S(a)eiten, ans Neue angehängt, ewig erhalten?

Ich bin leider nicht so zuversichtlich, daß wir in absehbarer Zeit (wenn überhaupt) von S(a)eiten der Politik etwas Harmonisches zu hören bekommen.

Wie heißt es so schön: nach der Wahl ist vor der Wahl. Und anstatt mal eine nachhaltige Politik zu machen, die allen im Land nützt, die die Würde und Selbstbestimmung der Menschen achtet, das Land, seine Reichtümer und Menschen weder ausbeutet noch auf dem Thron eigener persönlicher Eitelkeiten opfert – wird man vermutlich wieder einmal erleben, daß von allen Seiten gemauert wird, keiner persönliche Verantwortung übernehmen will oder kann, die Schuldfrage wie der „Schwarze Peter“ im Kreis herumgeschoben wird, und man sich im Übrigen von einer Landtagswahl zur anderen hangelt, quer durchs Land, und eigentlich gar keine Zeit zum regieren hat.

Nach der Regierungsbildung erfolgt eine erste und leider auch letzte Bilanz ihrer Tauglichkeit und Güte – die 100-Tage-Kontrolle (heißt das echt so? bin eben leicht verwirrt – WIE heißt das noch mal?). In der Vergangenheit kam es mir so vor, als ob nur in diesen 100 Tagen von Regierungsbildung bis 100 Tage danach überhaupt sich was bewegt hat. Danach war nur noch Machterhalt und Machtausbau an der Tagesordnung – und wie man seine Schäfchen noch besser gepolstert ins Trockene bekommt.

Neue Saiten braucht das Land.

Besonders, was den Arbeitsmarktsektor und die Sozialgesetzgebung betrifft. Ich könnte wirklich vieles und nur wenig nettes dazu sagen, aber momentan nur soviel – zu einer vernünftigen nachhaltigen sinnvollen Arbeitspolitik gehörte, meiner Meinung nach, ein neues Grundrecht, was Verfassungsrang bekommen müßte: das Recht auf Arbeit. Das Recht, von seiner eigenen Hände Arbeit leben zu können, ohne betteln zu gehen oder von staatlichen Zusatzleistungen abhängig zu sein.

Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe schon immer gefunden, daß das eben Angesprochene sinngemäß schon im ersten Satz des Grundgesetzes enthalten sei: „die Würde des Menschen ist unantastbar“. (Traurig, sehr traurig, daß man sowas fundamentales, existenzielles extra erwähnen muß.)

Neue Saiten eben. Klängen richtig gut, wenn man sie aufzöge, stimmte und ertönen ließe. (falls jemand neue Gitarrensaiten braucht: die hier gezeigte Sorte ist wirklich gut!  😉  )

Ich bin vorsichtig optimistisch. Trotz allem.

Beste Grüße, Sathiya

 

(Re-Postet von Sathiya 2: wiesamtundseide.blogspot.com)

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Das Plastiktütenphänomen

Ich muß mich wundern. Über Leute, denen das Geld jeden Monat zu knapp ist, die nur billigste Lebensmittel kaufen, und die trotzdem anscheinend nicht über die Runden kommen, denn für Körperpflegemittel wie Seife und Shampoo, von Deo mal zu schweigen, fehlt das nötige Kleingeld. Für neue Kleidung und Waschpulver ebenso, und erschütternderweise auch für Nähzeug, um die schlimmsten Löcher und ausgerissenen Stücke wieder zu flicken. Aber – jedes Mal, wenn ich diese Menschen einkaufen sehe, gehen sie mit Tüten voller Einkäufe nachhause. Neuen Tüten, das Stück zwischen 20 und 50 cent. Pro Woche gehen sie fünfmal einkaufen, jedesmal pro Einkauf zwei Tüten, macht 10 Tüten oder einen Betrag zwischen 2 und 5 € allein für die Plastiktüten. Sind pro Monat 8 bis 20 €, pro Jahr … Dafür habe ich das Geld nicht übrig. Da bin ich zu geizig, da finde ich ausnahmsweise mal Geiz so richtig geil.

Wie kommt es? Wie kommt es zu so einem Verhalten?

Es kann einen doch nicht wirklich überraschen, daß man, wenn man im Supermarkt einkauft, eine Tasche oder Tüte benötigt, um alles nachhause zu transportieren. Wenn man öfter einkauft, weiß man doch auch so ungefähr, welche Mengen man kaufen wird und daß man eine Tragemöglichkeit brauchen wird, und kann in weiser Voraussicht eine Tasche oder Beutel in passender Größe und Anzahl mit sich führen. Aber wirklich, ich beobachte das jedes einzelne Mal. Und es sind immer dieselben.

Vielleicht sollte ich mal einen Workshop anbieten – „Wie Sie richtig Geld sparen, indem Sie sich ein-für-alle-mal eine Einkaufstasche in ordentlicher Größe zulegen, damit die horrende Summe von bis zu 260 € im Jahr sparen, die Sie sonst ohne mit der Wimper zu zucken für Einmal-Einkaufstüten ausgeben, und sich davon nicht nur Duschgel, Shampoo, Deo, Waschpulver kaufen können, sondern sogar noch etwas übrig haben.“ Völlig und absolut garantiert kostenlos.

Ich habe übrigens mal vorsichtig ein paar Leute gefragt, die immer zuviel Geld für Tüten, aber nicht genug für andere Dinge zu haben scheinen, warum sie sich denn anstelle der Plastiktüten keinen Stoffbeutel kaufen würden. Denn dieser wäre 100fach wiederverwendbar, waschbar, klein zusammenfaltbar, paßt in jede Jacken- oder Hosentasche, hat man immer dabei – die Antwort sollte mich eigentlich nicht erschüttern, tat es aber doch: der Stoffbeutel sei mit 1,50 € zu teuer. Da. Haben. Sie. Es. !!!

Halb lachend, halb nicht, viele Grüße, Sathiya

 

Geplante Obsoleszenz

Reblogged from geschmacks-sache.blogspot.com

Ich habe es satt, wenn sich meine Mobiltelefone pünktlich alle 3 Jahre aufhängen, weil der Akku schwächelt oder plötzlich der Chip oder Platine durchbrennt.

Ich habe es satt, wenn die modernen Laptop-, Kamera-, Telefonakkus nur noch knapp 2 Jahre halten (wenn überhaupt) und nicht mehr 5 oder 6, wie es „früher“ (TM) mal war.

Ich will nicht alle Nasen lang neue Wasserkocher (Reizthema!!) kaufen, weil der alte sich selbst eingeschmolzen hat. Oder Bügeleisen. Oder Föne. Die aus denselben Gründen indisponiert sind.

Ich will, daß mein Waschbecken 30 Jahre hält und nicht schon nach noch nicht mal 3 Jahren aussieht, als hätte ich dort jahrelang Gold drin gewaschen.

Ich will, daß mein Waschmaschine mindestens 20 Jahre hält, weil das Dingens elend schwer ist und ich keine Lust habe, alle 3 Jahre eine halbe Tonne Elektroschrott durch die Wohnung zu juckeln. Kühlschrank ebenso.

Ich will, daß mein Drucker länger als 2 Jahre hält und dazu nicht Unmengen an teurer Druckertinte verbraucht, die er überhaupt nicht bräuchte, weil die von ihm als „leer“ bemängelten Patronen noch zu zwei Dritteln voll sind.

Ich will, daß die Kleidungsstücke, die ich für gepfeffertes Geld kaufe (wenig sind es ja, zugegeben, da sollte ich wohl nicht so sein, aber trotzdem, Putzlappen kann ich woanders deutlich preiswerter kaufen), auch ihr Geld wert sind und mindestens ein Jahr halten, bei normalem Gebrauch, Tragen und Wäsche inklusive. Das gilt auch für die Stoffe, aus denen ich die restliche Kleidung mache. Für nur eine Wäsche auszuhalten ist mir außer dem Materialpreis auch meine Arbeit zu schade.

Ich will, daß wo Qualität draufsteht, auch tatsächlich Qualität drin ist, und zwar die gute alte Qualität und Warengüte wie es „früher“ (TM) üblich war. Mein Großmutter sprach immer von „Friedensware“, wenn sie die Güte der Waren meinte und die mangelnde Qualität der heutigen Waren bemängelte.

Wann wurde „das“ nur erfunden?

Mit „das“ meine ich nicht den modischen oder moralischen Verfall oder plötzliche Unbeliebtheit von Produkten oder Waren sondern die mechanische Zuverlässigkeit und damit Reparaturrentabilität wurde drastisch und mit voller Absicht herabgesetzt. Wo vor Jahren noch damit geworben wurde – „Damit haben Sie was fürs Leben!“ – letztes Beispiel Vorwerk (und diese haben sich davon distanziert, da es keinen neuen Umsatz bringt), scheint absolut aus der Mode zu sein. Wenn es nach den Gesetzen des Marktes geht, wohl für immer. Denn es müßte wohl immer so weiterlaufen, wie es bisher läuft, damit es auch so bleibt: die Leute kaufen und kaufen, immer das Neueste, dem Trend folgend, Entwicklung und Wachstum ohne Ende… bis zum großen Rumms. Tja.

Und dann sitzen sie da, bräuchten nun mal was für länger oder für immer, weil sie sich das Neueste, das Trendigste plötzlich nicht mehr leisten können, und keiner die Reparatur des Alten, Defekten bezahlen kann, es auch nicht mehr repariert werden kann, da sowas nicht vorgesehen ist – und nun?! Rumms. Steinzeit (Extremsituation, nicht empfehlenswert). Mit Handys. Mit meinem kann man beispielsweise prima Walnüsse aufschlagen… 😉

Bei der Suche nach einem passenden Begriff zu dem, was ich meinte, stieß ich auf „geplante Obsoleszenz“. Der Begriff gefällt mir. Drückt er doch genau das aus, was mir schon seit einiger Zeit nicht gefällt.

hier die Definition der wikipedia:  https: //de.wikipedia.org/wiki/Obsoleszenz

Eingebautes Verfallsdatum, plötzliches Systemversagen exakt einen Tag nach Gewährleistungszeitende, identifizierbare und absichtlich nicht gegen haltbarere Komponenten austauschbare Bestandteile, … usw. und nach Belieben usf.

Der Begriff Obsoleszenz (von lat. obsolescere‚ sich abnutzen, alt werden, aus der Mode kommen, an Ansehen, an Wert verlieren) bezeichnet, dass ein Produkt auf natürliche oder künstlich beeinflusste Art veraltet ist oder altert. Das zugehörige Adjektiv obsolet im Sinne von nicht mehr gebräuchlich bzw. hinfällig bezeichnet generell Veraltetes, meist Normen, Therapien oder Gerätschaften.

Am meisten hat mich dies umgehauen:

Als Erfinder der geplanten Obsoleszenz gilt Alfred P. Sloan, welcher in den 1920er Jahren in seiner Funktion als GM-Präsident annuelle Konfigurationsänderungen und Veränderungen an Automobilen einführte. Mit dieser Strategie wollte er die Verbraucher dazu bringen, alle drei Jahre ein neues Auto zu kaufen. Der eigentliche Begriff der geplanten Obsoleszenz geht zurück auf Bernard Londons Veröffentlichung „Ending the Depression Through Planned Obsolescence“ aus dem Jahre 1932.

und ein auch interessanter kurzer Text bei Heise:   http: //www.heise.de/newsticker/meldung/Aufstand-gegen-geplante-Obsoleszenz-1831367.html

Eine Legende! Mythos! Verschwörungstheorie!! Kann sein… aber wieso fallen dann alle meine Geräte nach 2 oder 3 Jahren auseinander und funktionieren nicht mehr, wenn sie doch von unserer so fortschrittlichen und technologisch hochentwickelten Gesellschaft entworfen, designt und gebaut worden sind? Wieso fliegt denn dann Raumsonde Voyager seit über 30 Jahren IMMER noch, und mein Kühlschrank will schon nach 4 Jahren nimmer?! Ein unerklärlicher technologischer Sprung nach – hinten? Wohin auch immer?

Grüße, Sathiya

Reblogged: Wer ist schuld an der Krise?

Dies ist ein Beitrag von meinem Blogspot-Blog Geschmacks-Sache.
inspiriert von hier:  uhupardo.wordpress.com/2012/07/13/wer-ist-schuld-an-der-krise/ (kein Hyperlink, blauer Text von da)
derselbe Beitrag bei heise:  heise.de/tp/artikel/37/37150/1.html  (kein Hyperlink)
Wer ist schuld an der gegenwärtigen Krise?
Je weiter sich die Krise zuspitzt, desto stärker dominieren wechselseitige Schuldzuweisungen den öffentlichen Krisendiskurs in nahezu allen westlichen Ländern. Inzwischen scheint es geradewegs so, als ob wirklich jede Nation und jede relevante gesellschaftliche Gruppe durch Fehlverhalten irgendwie zu dem Desaster beigetragen habe, das sich derzeit in Europa vor unseren Augen entfaltet.
In nahezu ganz Europa wird beispielsweise die Bundesregierung für die Eskalation der Schuldenkrise verantwortlich gemacht, die mit ihrem Sparkurs den europäischen Währungsraum in den Kollaps treibe. Einen bisherigen Höhepunkt dieser anschwellenden Kritik am deutschen Spardiktat in der Eurozone stellte die jüngste Titelstory der linksliberalen britischen Wochenzeitung New Statesman dar, die Merkel zum “gefährlichsten Führer der Welt” erklärte und als einen im Sparfetisch verfangenen Terminator darstellte, der wegen der ansteigenden Selbstmordraten in Südeuropa bereits “Blut an den Händen” kleben habe.
Auch außerhalb von Europa nimmt die Kritik an Deutschland inzwischen einen konsensartigen Charakter an, wie deutsche Medien während des G20-Gipfels bemerken mussten: …
Ein überaus lesenwerter Artikel, den ich dringend zur Lektüre empfehlen möchte.
Er gibt keinen Handlungsweisen vor, sondern versucht, aus unter anderem historischer Sicht einen Blick auf die Ursachen der gegenwärtigen Situation zu werfen. Da es leider neuerdings Mode geworden zu sein scheint, die Existenz einer Krise zu verleugnen oder die Ursachen bei jedem anderen außer bei sich selbst zu suchen, eine beunruhigend lange Reihe von Politikern absolut keine Ahnung von den Prinzipien des Systems an sich und den Zusammenhängen zu haben scheinen (im Blog uhupardo gibt es eine Reihe von mehr oder weniger lustigen Artikeln und politik-freudschen Versprechern, die einem leider das Lächeln aus dem Gesicht wischen) und der Großteil der Einwohner Deutschlands sich lieber mit GZSZ und Schlagt den Raab abgibt, als mal das System zu hinterfragen (na, so weit will ich gar nicht gehen. Aber ein wenig Fähigkeit zur Selbstkritik muß doch da sein?) – und im übrigen dieser Satz zu lang geraten ist.
Lange Rede kurzer Sinn: den Artikel lesen. Einfach lesen. Und die eine oder andere anerzogene Spinnwebe oder Beschwichtigungs-Schleier wird aus dem Bewußtsein entfernt. Ich bin erschrocken über das Ausmaß des Ganzen. Sehr erschrocken.
Grüße, Sathiya
Weitere passende Lektüre:  
leap2020.eu/GEAB-N-71-ist-angekommen-USA-Marz-bis-Juni-2013-Ende-der-lebenserhaltenden-MaSnahmen-f%C3%BCr-den-kranken-Mann-der-Welt_a13071.html (kein Hyperlink)

Hologrammtheorie?

Es ist unfaßbar, woran Menschen glauben können. Ich würde zu gern Albert Einstein zitieren…

einfachemeditationen2.wordpress.com/2013/01/19/die-programmierung-der-hologramme-ist-die-hauptarbeit-fur-die-schopfung/   (kein Hyperlink)

Wobei auch einige moderne Physiker in Theorien davon sprechen, daß, was wir als Materie und Energie und Abbilder wahrnehmen, holografische Bilder einer höheren Dimension seien oder so ähnlich. Kann sein, kann auch nicht sein… aber die Ansichten und Überzeugungen vom Link oben sind – zu abenteuerlich, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen.