Null und Ooh

Es ist ein Kreuz – allenthalben beschweren sich die Leut, daß sich o und 0 so schlecht unterscheiden ließen. Diese Schriftart zum Beispiel läßt die Null wie ein kleines Ooh aussehen. 😉

Früher war es einfacher – da sah ein O wie ein Ooh aus und eine O wie eine Null. Doch leider liegen zwischen dem was vernünftig und rationell wäre, und dem, was fehlgeleitete Schriftdesigner als schön empfinden, manchmal ganze Welten. Manchmal sogar der gesunde Menschenverstand. Fröhliches Rätselraten am Einreiseschalter der USA oder lost in zero-space!

Blick in meinen Ausweis: rein optisch sind Oohs und Nullen nicht ohne weiteres zu unterscheiden. Genaugenommen überhaupt nicht. Und ich habe Oohs zum Vergleich da stehen. Es bedarf eines Blickes in die Leseanweisung des BMI, um zu lernen, daß keine Oohs in den Paßnummern verwendet werden. Welche Erleichterung! Auch andere Buchstaben, die leicht mit Ziffern verwechselt werden könnten, sind von der Verwendung ausgeschlossen. Glück im Unglück. *g*

Auch Internet- und Programmierexperten beklagen sich über die zunehmende Ununterscheidbarkeit von Null und Ooh. Das Problem wird leider noch verschärft, daß auf der deutschen Tastatur das Ooh und die Null unmittelbar benachbart sind, und in manchen Schriftarten die Null einfach wie ein kleines ooh aussieht (wie in dieser hier), und mancher Schreiber ab und zu beim flüchtigen Korrekturlesen die kleinere 0 (=Null) gegen ein eindeutigeres größeres O (=Ooh) austauscht, die viel eher wie eine Null aussieht. Times New Roman sei Dank, und noch einigen anderen Schriftarten, bei denen auch kein gesteigerter Wert auf Eindeutigkeit gelegt wurde.

Man müßte doch eigentlich anhand des ASCII-Codes eindeutig erkennen können, welches Zeichen nun dargestellt wird. Was beim Ausweis schwierig werden dürfte ? Oder man müßte endlich eineindeutige Symbole schaffen, anstatt die bestehende Unsicherheit durch Gleichschaltung und Sparmaßnahmen (2 Bedeutungen für 1 Symbol! Geiz ist geil!) noch zu verschärfen… bei dieser Gelegenheit könnte man ja eigentlich auch gleich das gesamte Schriftsystem etwas überarbeiten. Das  japanische System wäre eine mögliche Lösung… 🙂 :

In japanischen Zeichenwörterbüchern wird mit Hiragana die Kun-Lesung geschrieben, während für die On-Lesung Katakana verwendet werden. Hiragana werden weiterhin verwendet, um seltene Kanji oder ungewöhnliche Kanji-Lesungen zu verdeutlichen. Die Aussprache waagerecht geschriebener Zeichen steht dann in Hiragana über dem Schriftzeichen, bei senkrechter Schreibung wird sie rechts daneben platziert. Diese Aussprachehilfen werden als Furigana bezeichnet. In Schulbüchern der mittleren Stufe und in Büchern, die für ein breiteres Publikum gedacht sind, werden Furigana verwendet. In wissenschaftlichen Artikeln und Lexika werden beim erstmaligen Auftreten von Namen ebenfalls Furigana verwendet. (aus wikipedia – „Hiragana“)

Diese Methode wäre in der Übergangszeit ganz hilfreich, oder? Es würde zwar die Npassung der Ausweisgröße von Zigarettenschachtelformat auf mindestens A3 erfordern, aber was tut man nicht alles, um Verwechslungen zu vermeiden… 😉

Ich hoffe, daß unseren brillianten Null- und Ooh-Unterscheidern in den bedeutenden Entscheidungspositionen aber noch was besseres einfällt. 😉

Bis zum nächstenmal – Sathiya

 

inspiriert von hier: http: //castagiro.wordpress.com/2014/07/18/live-aus-den-tiefen-des-nerdlands-pebkac (kein Hyperlink, danke für die Anregung! 😉 )

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Wer gehört wem – Grafik

Diese Grafik habe ich von hier: http ://diamondoftears.wordpress.com/2013/07/06/nestle-bose/  (kein Hyperlink, Originalbildquelle ist nicht angegeben)

Wer gehört wem – ein ernüchterndes Bild. So wenige Konzerne bestimmen das Gesicht der Wirtschaft. Ich finde das ernüchternd und erschütternd, und als eine Bedrohung.

Bisher ging ich davon aus, daß es viele unterschiedliche Unternehmen gibt, die alle für sich selbst agieren und nicht zum Wohl eines oder mehrerer Mutterkonzerne. Ich wollte nicht wahrhaben, daß fast nur noch die Marken als solche existieren und keine Einzelunternehmen mehr sind. Ab und zu werfe auch ich ja einen genaueren Blick auf das in buntes Plastik eingepackte Körperpflegezeug und auf den Hersteller, und ich vermisse den einen oder anderen oder es steht plötzlich ein ganz anderer drauf. Wem gehört noch mal Bayer? Oder von wem ist die CD-Seife? Oder Zahnpasta? Und wer zum Kuckuck produziert die ganzen Billig-Abklatsche der großen Marken, die Eigenmarken der Supermärkte und Drogerien? Der Preis der Globalisierung? Daß man überall auf der Welt dasselbe Shampoo/Deo/Zahnpasta kaufen kann?

die_groc39fen_konzerne

Dies sind nicht die Vereinten Nationen, meine Damen und Herren, sondern die Vereinten Konzerne, die eigentlichen Herrscher der Welt.

Desillusioniert (und es hilft mir nicht wirklich, wenn gesagt wird, dasselbe wüßte man ja schon seit Jahren, es wäre also bekannt – nein, tut es nicht! Nach dieser Argumentation müßte man auch solche Selbstverständlichkeiten wie 1+1=2 nicht ständig wiederholen, da es ja ohnehin klar sei.)  Sathiya

Wie man einen guten Wein erkennt

So und nicht anders:

Hören Sie jetzt genau zu! Wissen Sie, wie viele Kriterien es gibt für “guten Wein”? Ein einziges, genau eins! Egal, wo der Wein herkommt. Egal, was die Flasche kostet. Egal welcher Jahrgang, welche Rebsorte; egal, was sonst auf dem Etikett stehen mag und was Uhupardo dazu meint – nur wenn er Ihnen schmeckt ist es ein guter Wein. Nur dann und sonst nicht! Das ist das einzige Beurteilungskriterium. Punkt.

von hier

Grüße und sehr zum Wohl, Sathiya

Das Plastiktütenphänomen

Ich muß mich wundern. Über Leute, denen das Geld jeden Monat zu knapp ist, die nur billigste Lebensmittel kaufen, und die trotzdem anscheinend nicht über die Runden kommen, denn für Körperpflegemittel wie Seife und Shampoo, von Deo mal zu schweigen, fehlt das nötige Kleingeld. Für neue Kleidung und Waschpulver ebenso, und erschütternderweise auch für Nähzeug, um die schlimmsten Löcher und ausgerissenen Stücke wieder zu flicken. Aber – jedes Mal, wenn ich diese Menschen einkaufen sehe, gehen sie mit Tüten voller Einkäufe nachhause. Neuen Tüten, das Stück zwischen 20 und 50 cent. Pro Woche gehen sie fünfmal einkaufen, jedesmal pro Einkauf zwei Tüten, macht 10 Tüten oder einen Betrag zwischen 2 und 5 € allein für die Plastiktüten. Sind pro Monat 8 bis 20 €, pro Jahr … Dafür habe ich das Geld nicht übrig. Da bin ich zu geizig, da finde ich ausnahmsweise mal Geiz so richtig geil.

Wie kommt es? Wie kommt es zu so einem Verhalten?

Es kann einen doch nicht wirklich überraschen, daß man, wenn man im Supermarkt einkauft, eine Tasche oder Tüte benötigt, um alles nachhause zu transportieren. Wenn man öfter einkauft, weiß man doch auch so ungefähr, welche Mengen man kaufen wird und daß man eine Tragemöglichkeit brauchen wird, und kann in weiser Voraussicht eine Tasche oder Beutel in passender Größe und Anzahl mit sich führen. Aber wirklich, ich beobachte das jedes einzelne Mal. Und es sind immer dieselben.

Vielleicht sollte ich mal einen Workshop anbieten – „Wie Sie richtig Geld sparen, indem Sie sich ein-für-alle-mal eine Einkaufstasche in ordentlicher Größe zulegen, damit die horrende Summe von bis zu 260 € im Jahr sparen, die Sie sonst ohne mit der Wimper zu zucken für Einmal-Einkaufstüten ausgeben, und sich davon nicht nur Duschgel, Shampoo, Deo, Waschpulver kaufen können, sondern sogar noch etwas übrig haben.“ Völlig und absolut garantiert kostenlos.

Ich habe übrigens mal vorsichtig ein paar Leute gefragt, die immer zuviel Geld für Tüten, aber nicht genug für andere Dinge zu haben scheinen, warum sie sich denn anstelle der Plastiktüten keinen Stoffbeutel kaufen würden. Denn dieser wäre 100fach wiederverwendbar, waschbar, klein zusammenfaltbar, paßt in jede Jacken- oder Hosentasche, hat man immer dabei – die Antwort sollte mich eigentlich nicht erschüttern, tat es aber doch: der Stoffbeutel sei mit 1,50 € zu teuer. Da. Haben. Sie. Es. !!!

Halb lachend, halb nicht, viele Grüße, Sathiya

 

Risiko-Umlegung

Dies ist eine geniale Idee von G., die als Antwort auf den (vorhergehenden) Post über Frauen und Karriere (siehe geschmacks-sache.blogspot.com) kam.

Der Einfall ist so GUT, daß ich einen Extra-Beitrag daraus mache. Hier der Kommentar:

… Denn mein Argument fuer denselben Lohn wie ein Mann in derselben Position waere schliesslich ‚aeeetsch, kann auch nicht mehr schwanger werden‘ ! Wetten, dass dann etwas herauskommt wie ‚Sippenhaftung‘ und ‚Umlegung des Risikos auf alle‘ ?! Was mich aber so fasziniert, dass ‚dies‘ wohl DOCH ueberwiegend ‚Sippenhaftung‘ dieser EINEN Geschlechtergruppe zu sein scheint, welche ABER eigentlich von den ja angeblich deswegen finanziell besser zu stellenden Herren ueberhaupt erst in ‚diese Gefahren-Situation‘ gebracht werden. Warum zum Kuckuck brauchen DIESE dann an dieser Risiko-Umlegung NICHT teilhaben? ( 😉 nur mal ‚bloed‘ andersherum gefragt)  …

Genau, mal ganz BLÖD gefragt: wieso ist da noch keiner auf diese Idee gekommen?

Ach, wegen des Grundgesetzes und der internationalen Menschenrechte, Antidiskriminierungsgesetz, Gleichbehandlungsgesetz und der männlich orientierten Ökonomie (Geld nur gegen Leistung, keine Leistung – kein Geld – ätsch; Ex-Bundespräsidenten und Berufspolitiker mal ausgenommen, aber deren Geld gegen keine Leistung ist eher sowas wie Schweigegeld, und außerdem hat man(n) das schon immer so gehandhabt). Basta.

Die liebevoll ausgetüftelten Tabellen des Bundesangestelltentarifvertrages beispielsweise berücksichtigen kein Geschlecht, wären also unisex universell und gleich. Aber sie berücksichtigen nicht den Lohnausfall der weiblichen Angestellten während der Kinderpause (das Bundes-Elterngeld lasse ich mal außen vor), der tariflich und arbeitsrechtlich gesehen wie unbezahlter Urlaub behandelt wird. Das Privatvergnügen der weiblichen Bürger dieses Landes.

Überhaupt wird Kinder bekommen und aufziehen sozialrechtlich eher wie Urlaub angesehen und behandelt. Unbezahlter. Die Rechnung wird später bei der Rente präsentiert, thank you for travelling with Deutsche Bundesrepublik, gratis ass-kick and good bye.

Um einmal G.´s Idee weiterzuspinnen: nach dieser Logik – nicht schwanger werden können = kein Risiko wegen Kinderkrankheit auszufallen = für Arbeitgeber wesentlich attraktivere Arbeitnehmerin – und damit dasselbe Lohnniveau wie ein Mann zu erreichen, wäre es für junge Frauen mit Karriereabsichten nur logisch, sich sterilisieren zu lassen und mit einem entsprechenden ärztlichen Attest zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen. Und sie bekämen auch nicht nur keine Kinder, auch ihr Leistungsfähigkeit wäre enorm, da sie sich nicht zwischen Kindern und Job aufteilen müßten, sie würden für die Firma leben, sie könnten all ihre Kraft für den Job aufwenden. Freizeit? Ach… wird überbewertet. Ein paar Bierchen – oder da es dennoch Frauen sind – ein paar Cocktails und gut ist. Willkommen in der schönen neuen Welt. Dauer garantiert für eine Generation.

Was für eine Horrorvorstellung!

Ohnehin verzichten viel zu viele junge gutausgebildete, hochgebildete Menschen aus Karriere- und Kostengründen auf eigene Kinder, junge Paare können sich jahrelang keines leisten, und wenn sie es sich später leisten können, haben sie womöglich den biologischen Anschluß verpaßt. (Das Problem haben die unteren Bevölkerungsschichten nicht, die bekommen Kinder wie sie lustig sind… und was das für die Gesamtbevölkerung bedeutet, scheint sich keiner so genau vorstellen zu können.)

Mein Vorschlag wäre also (ganz ernstgemeint): eine vernünftige „Gefahrenumlage“ von xy-Träger zu xx-Trägerin. Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, auf den gleichen Zeitraum gesehen. (Erste Anfänge sind ja schon gemacht – das Bundes-Erziehungsgeld.) Wie das genau aussehen könnte, damit bin ich jetzt überfragt, es schwebt mir halt etwas vor, was gerechter ist als das momentane System. (gerecht in dem Sinne, daß ich es ungerecht finde, daß Frauen, die Babies bekommen, dafür jahrelang auf ihr Einkommen verzichten müssen, obwohl sie eine sehr wichtige und unersetzliche Arbeitsleistung erbringen – indem sie unentgeltlich die nächste Generation großziehen.)

Wer das bezahlt ? – der Staat. Wer einfach mal so die Milliärdchen aus der Tasche zaubert, um ein bankrottes Griechenland und Zypern zu „retten“ und grenzkriminelle Ex-Bundesbeamte bis an ihr Lebensende zu alimentieren, der wird doch noch ein paar Mamas vernünftig und ausreichend entlohnen können… und das Ergebnis wird nicht annähernd so desaströs ein wie mit der „Rettung“ Griechenlands und Spaniens und wernochalles (hat eigentlich mal jemand nachgeforscht, was genau mit dem ganzen Geld passiert ist, wo genau es hingeflossen ist?!?! Das wäre doch dringend nötig – nun, da nach der „Rettung“ alles noch viiiel schlimmer ist).

Greetings, Sathiya

Text vom Blog geschmacks-sache.blogspot.com