Risiko-Umlegung

Dies ist eine geniale Idee von G., die als Antwort auf den (vorhergehenden) Post über Frauen und Karriere (siehe geschmacks-sache.blogspot.com) kam.

Der Einfall ist so GUT, daß ich einen Extra-Beitrag daraus mache. Hier der Kommentar:

… Denn mein Argument fuer denselben Lohn wie ein Mann in derselben Position waere schliesslich ‚aeeetsch, kann auch nicht mehr schwanger werden‘ ! Wetten, dass dann etwas herauskommt wie ‚Sippenhaftung‘ und ‚Umlegung des Risikos auf alle‘ ?! Was mich aber so fasziniert, dass ‚dies‘ wohl DOCH ueberwiegend ‚Sippenhaftung‘ dieser EINEN Geschlechtergruppe zu sein scheint, welche ABER eigentlich von den ja angeblich deswegen finanziell besser zu stellenden Herren ueberhaupt erst in ‚diese Gefahren-Situation‘ gebracht werden. Warum zum Kuckuck brauchen DIESE dann an dieser Risiko-Umlegung NICHT teilhaben? ( 😉 nur mal ‚bloed‘ andersherum gefragt)  …

Genau, mal ganz BLÖD gefragt: wieso ist da noch keiner auf diese Idee gekommen?

Ach, wegen des Grundgesetzes und der internationalen Menschenrechte, Antidiskriminierungsgesetz, Gleichbehandlungsgesetz und der männlich orientierten Ökonomie (Geld nur gegen Leistung, keine Leistung – kein Geld – ätsch; Ex-Bundespräsidenten und Berufspolitiker mal ausgenommen, aber deren Geld gegen keine Leistung ist eher sowas wie Schweigegeld, und außerdem hat man(n) das schon immer so gehandhabt). Basta.

Die liebevoll ausgetüftelten Tabellen des Bundesangestelltentarifvertrages beispielsweise berücksichtigen kein Geschlecht, wären also unisex universell und gleich. Aber sie berücksichtigen nicht den Lohnausfall der weiblichen Angestellten während der Kinderpause (das Bundes-Elterngeld lasse ich mal außen vor), der tariflich und arbeitsrechtlich gesehen wie unbezahlter Urlaub behandelt wird. Das Privatvergnügen der weiblichen Bürger dieses Landes.

Überhaupt wird Kinder bekommen und aufziehen sozialrechtlich eher wie Urlaub angesehen und behandelt. Unbezahlter. Die Rechnung wird später bei der Rente präsentiert, thank you for travelling with Deutsche Bundesrepublik, gratis ass-kick and good bye.

Um einmal G.´s Idee weiterzuspinnen: nach dieser Logik – nicht schwanger werden können = kein Risiko wegen Kinderkrankheit auszufallen = für Arbeitgeber wesentlich attraktivere Arbeitnehmerin – und damit dasselbe Lohnniveau wie ein Mann zu erreichen, wäre es für junge Frauen mit Karriereabsichten nur logisch, sich sterilisieren zu lassen und mit einem entsprechenden ärztlichen Attest zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen. Und sie bekämen auch nicht nur keine Kinder, auch ihr Leistungsfähigkeit wäre enorm, da sie sich nicht zwischen Kindern und Job aufteilen müßten, sie würden für die Firma leben, sie könnten all ihre Kraft für den Job aufwenden. Freizeit? Ach… wird überbewertet. Ein paar Bierchen – oder da es dennoch Frauen sind – ein paar Cocktails und gut ist. Willkommen in der schönen neuen Welt. Dauer garantiert für eine Generation.

Was für eine Horrorvorstellung!

Ohnehin verzichten viel zu viele junge gutausgebildete, hochgebildete Menschen aus Karriere- und Kostengründen auf eigene Kinder, junge Paare können sich jahrelang keines leisten, und wenn sie es sich später leisten können, haben sie womöglich den biologischen Anschluß verpaßt. (Das Problem haben die unteren Bevölkerungsschichten nicht, die bekommen Kinder wie sie lustig sind… und was das für die Gesamtbevölkerung bedeutet, scheint sich keiner so genau vorstellen zu können.)

Mein Vorschlag wäre also (ganz ernstgemeint): eine vernünftige „Gefahrenumlage“ von xy-Träger zu xx-Trägerin. Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, auf den gleichen Zeitraum gesehen. (Erste Anfänge sind ja schon gemacht – das Bundes-Erziehungsgeld.) Wie das genau aussehen könnte, damit bin ich jetzt überfragt, es schwebt mir halt etwas vor, was gerechter ist als das momentane System. (gerecht in dem Sinne, daß ich es ungerecht finde, daß Frauen, die Babies bekommen, dafür jahrelang auf ihr Einkommen verzichten müssen, obwohl sie eine sehr wichtige und unersetzliche Arbeitsleistung erbringen – indem sie unentgeltlich die nächste Generation großziehen.)

Wer das bezahlt ? – der Staat. Wer einfach mal so die Milliärdchen aus der Tasche zaubert, um ein bankrottes Griechenland und Zypern zu „retten“ und grenzkriminelle Ex-Bundesbeamte bis an ihr Lebensende zu alimentieren, der wird doch noch ein paar Mamas vernünftig und ausreichend entlohnen können… und das Ergebnis wird nicht annähernd so desaströs ein wie mit der „Rettung“ Griechenlands und Spaniens und wernochalles (hat eigentlich mal jemand nachgeforscht, was genau mit dem ganzen Geld passiert ist, wo genau es hingeflossen ist?!?! Das wäre doch dringend nötig – nun, da nach der „Rettung“ alles noch viiiel schlimmer ist).

Greetings, Sathiya

Text vom Blog geschmacks-sache.blogspot.com

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