Wäre ich ein Spatz

Wäre ich ein kleines Tier, ein Spatz vielleicht, …

… dann würde ich auf einem Ast sitzen, im Frühjahr mit einem Partner ein Nest bauen und Junge großziehen und mich um meine Spatzensorgen kümmern, den ganzen Tag umherfliegen und zwitschern und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

… wüßte ich dann etwas von der Welt um mich herum? Von ihrer Größe, ihren Wundern, ihrer Politik, Kriegen, Wissenschaft, Kunst und Kultur? Nein. Und es würde mir nicht auffallen und mir auch nicht fehlen.

… und als solcher von beschränktem Verstand, dann könnte Aristoteles persönlich auf dem Ast neben mir sitzen und mir die Welt erklären, bis er hinunterfiele – aber ich würde es trotzdem nicht begreifen, weil mein beschränkter Verstand es nicht zuließe.

… ich wüßte das alles nicht und es wäre mir piep-egal.

Aber als Mensch – könnte ich erkennen, daß es etwas gibt, das sich meinem Begreifen entzieht, das zu groß und zu komplex ist, um von meinem Verstand erfaßt zu werden, nicht nur zu einem Bruchteil sondern in Gänze? Und nein, ich könnte es nicht akzeptieren. Ich würde dagegen ankämpfen und es, wenn ich es nicht begreifen kann, sogar vernichten.

Eine kleine Fabel, einem Gespräch zwischen Katherine und Leonardo entnommen.

Frei nach Voyager – die Folge mit Da Vinci und Janeway, als sie den gestohlenen Schiffscomputer suchen.  siehe http:  //de.memory-alpha.org/wiki/Apropos_Fliegen    (kein Hyperlink, Bild von da) 

Es ist ein hohes Maß an Intelligenz und Verstand und Erkenntnisfähigeit vonnöten, um einen Menschen erkennen zu lassen, daß sein Verstand beschränkt ist und durchaus nicht alles zu begreifen und verstandesmäßig zu erkennen vermag.

Ich mag die Raumfahrt-Serien der Achtziger, besonders die Voyager-Folgen. Ich finde jedesmal wieder etwas neues, was ich daraus lernen kann – und manchmal besteht der Lerneffekt darin, wie man es nicht machen sollte.

Die philosophischen und ethischen Fragen, die darin aufgeworfen werden, sind hochinteressant, thematisieren sie doch die Kolonialpolitik der großen, reichen und mächtigen Staaten den kleineren, schwächeren und vor allem ärmeren gegenüber, die heute noch genau wie vor 500 Jahren stattfindet. Außerdem behandeln sie grundlegende Fragen der Menschheit – Menschenrechte, Individualrechte und das Wohl der Allgemeinheit, Recht auf Nichteinmischung, Pflicht zur Hilfeleistung. Das Recht auf Wissen und Weiterentwicklung von Gesellschaften und Einzelpersonen, das Recht auf Glück und persönliche Entfaltung und Entwicklung des Individuums, die Abwesenheit von Gier und Besitzstreben. Die Fähigkeit, Fehler zu begehen, sie wiedergutzumachen und aus dem Ganzen zu lernen und beim nächsten Mal besser zu machen, Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung dafür zu übernehmen, vorwärts zu gehen, ohne die eignene Menschlichkeit zu verlieren, Toleranz gegenüber Andersdenkenden, Andersaussehenden, Andershandelnden.

Ich finde das alles faszinierend, eine Utopie, die es wert wäre, zum Leben erweckt zu werden.

Vor allem die Persönlichkeit Katherine Janeways interessiert und inspiriert mich. Manchmal wünschte ich, ich wäre mehr wie sie…

Lebe lang und in Frieden, Sathiya

(Text übernommen von meinem Blog Geschmacks-Sache)
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